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sport auto-Zeitschrift 08-2010
30.10.2009, 14:21 Uhr

Hier werden festgefügte Weltbilder verändert

Horst von Saurma über das einmalige SUV-Spezial – und wie es aus Sicht von sport auto dazu kommen konnte

Ein 2,6 Tonnen schwerer Allradler in sport auto? Auf dem Hochsitz um die Nordschleife? Mit 555 PS durchs Unterholz? Fragen, die uns früher die Bohne interessiert haben, auf die wir aber gezwungenermaßen nun doch etwas näher eingehen mussten. Ich höre die Kritiker schon aufheulen: Wie könnt ihr die sportliche Sache nur so in Misskredit bringen? Automobile Schwergewichte ausgerechnet in dem Heft, das sich wie kaum ein anderes seit Jahrzehnten dem niedrigen Leistungsgewicht verschrieben hat und die sportliche Fahrdynamik als essenziellen Bestandteil des Bewertungssystems hervorhebt? Und das ausgerechnet in Zeiten, in denen anderswo ausschließlich über Hybrid- und Elektronantriebe schwadroniert wird.

Die Ansicht, wonach sport auto sich auf Abwegen befindet, ist nur oberflächlich betrachtet haltbar: Erstens ist diese, mit Unterstützung des Reifenherstellers Dunlop entstandene Publikation ein Sonderheft in der ansonsten mit klassischen sportlichen Autos voll gepackten Ausgabe 11/2009, und zweitens muss man sich nur die Leistungsgewichte der aktuellen SUV-Boliden anschauen, um zu akzeptieren, dass man diese Art Fahrzeuge nicht einfach ausblenden kann – schon allein wegen ihres Erfolgs. So erhält die Bezeichnung “Sport” in der Typenbeschreibung erst recht Gewicht, wenn man sich die Ergebnisse des Supertests ansieht, der aus aktuellem Anlass mit dem neuen BMW X6 M durchgeführt wurde. Rundenzeiten auf der Nordschleife auf dem Niveau des vorletzten M3 sind dazu angetan, das über Jahrzehnte entstandene, festgefügte Weltbild in seinen Grundfesten zu erschüttern. So ungewohnt die Thematik in sport auto auch sein mag: Ein Stück weit über den Tellerrand hinauszuschauen hat noch keinem geschadet.

Autor: Horst von Saurma
Phoeni » 02.11.2009, 12:32 Uhr  #1

Mit derlei Argumentation führt sich das Kriterium Leistungsgewicht selbst ad absurdum. Nur weil vornehmlich an der Stellschraube Leistung gedreht wurde um der Längsdynamik einen Vorschub zu geben – früher der Hauptkritikpunkt an Modellen aus dem Hause AMG – und ein gewaltiger technischer sowie monetärer Einsatz, der dazu dient, naturgemäße Schwachstellen zu kaschieren, soll ein SUV sportlich sein? Nur weil mit Rundenzeiten “brilliert” wird, die an den vorletzten M3 erinnern, ein gewöhnliches Sportmodell der M GmbH – zugegeben mit einer schönen Tradition – sieht man sich verpflichtet, derlei Ungetüme zu bewerten? Wir erinnern uns, man nehme einen E46 M3 und packe in diesen ähnliche Bemühungen. Heraus kam der CSL. Der neue GT3 ein anderes prominentes Beispiel. Wann immer richtig Energie in eine gute Basis gesteckt wird, kommt etwas sensationelles heraus, steckt diese Energie in einem SUV, kommt nur was gewöhnliches heraus… so what?

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